VILLA RUSTICA der römischen Kaiserzeit in Großberghofen

Blick von Südosten auf die „Villa rustica“ von Großberghofen – Rekonstruktionsdarstellung von H.-P. Volpert

Bereits 1921 sind Reste dieses vermutlich bedeutendsten römischen Gutshofs im Landkreis Dachau, aus dem 3. – 4. Jhd. n. Chr., durch den Museumsverein Dachau ausgegraben worden. Damals wurden die Grundrisse von fünf Gebäuden (darunter ein Wohnhaus und ein Badehaus) aufgedeckt. Nahezu vollständig geborgene, rechteckige Hohlziegel (Tubuli – siehe Fundstücke) lassen darauf schließen, dass Boden und Wände zumindest in Teilbereichen der Villa rustica durch künstlich erwärmte Luft gleichmäßig beheizt wurden. Die Römer waren damit ihrer Zeit weit voraus. Es dauerte bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts bis die Annehmlichkeiten einer Wand- und Fußbodenheizung in unsere Wohnwelten zurückkehrten. Neben kunstvollen Glasgefäßen, wie dem bei Großberghofen entdeckten Kännchen, stellten die Römer bereits Flachglas für die Fenster ihrer Gebäude her. Diese Fertigkeit ging in der Völkerwanderungszeit wieder verloren.

Standort „VILLA RUSTICA“
Großberghofen
Gemeinde Erdweg
Tafelstandort-Koordinaten
DEZIMAL 48.328459 11.309475
UTM 32U 671174 5355385

Standort Infoschild im Bayern-Atlas

Grabungsplan Villa rustica Großberghofen 1921
Typischer und gut erhaltener Hohlziegel (tubulus) einer römischen Wandheizung 140 x 110 x H300 mm
Römische Dacheindeckung bestehend aus: Leistenziegeln 350 x 450 mm (tegulae) und Wölb- oder Deckziegeln (imbrices)
Bruchstück einer römischen Ziegelplatte mit Rillen als Untergrund für Wandverputz 200 x 230 mm
Glaskännchen Ø60mm - Höhe 70mm

Bodendenkmäler sind das gemeinsame Kulturgut aller Menschen,
die es zu schützen und zu erhalten gilt.

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